Quilten - nach wie vor im Trend

Ich kann mich gut daran erinnern, wie vor rund 30 Jahren die Quilt-Welle von Amerika her nach Europa und in die Schweiz schwappte. Plötzlich belegte jede Hausfrau, auch meine Mutter, einen Quiltkurs und nähte einen Bettüberwurf. Was heisst hier einen?? Meine Mutter produzierte mindestens 4 oder 5 Stück, einer schöner wie der andere. Auch unsere Nachbarin war damals in den Achtzigern eine vergiftete Quilterin, auch sie nähte wunderbare, einzigartige Unikate. Es dauerte nicht lange, da gab es sogar in unserem Dorf, wo ich aufwuchs, einen winzig kleinen Quiltladen mit einem riesigen Stoffsortiment. Alles amerikanische Baumwollstoffe. Alle staunten, alles war so neu, ungewohnt, toll.

Auch ich liess mich von diesem Virus anstecken. Anfang der Neunzigerjahre besuchte ich meinen ersten Quiltkurs. Ich tauchte ein in Formen und Farben, legte mir Bücher und Zeitschriften zu. Im Nähkurs, den ich damals noch besuchte, wussten alle, dass ich nebenher auch noch quiltete, und alle sammelten Stoffresten für mich. Mein Stofffetzenlager quoll irgendwann über...., aber das ging glaub allen so! Das ergab dann wilde, bunte CRAZY QUILTS.

Aber am allerliebsten waren und sind mir die AMISH QUILTS. Ich liebe die geometrischen, schnörkellosen Formen und die unifarbenen Stoffe, meist in gedeckten Farben. Hier zeige ich euch eines meiner Stücke, einen Wandbehang SUNSHINE AND SHADOW, rund 1.40 x 1.40 m gross.





Nach wie vor boomen Quiltkurse und es gibt grossartige zeitgenössische Künstlerinnen. Und wahrscheinlich gibt es soviele Nähtechniken wie Quilterinnen.

Vielleicht sollte ich wieder einmal einen Wandbehang kreieren und eintauchen in die wunterbare Welt der Farben.

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